Raus aus der Stadt
Ich habe das Glück in einer Landeshauptstadt zu leben, die dennoch reichlich grün daher kommt und auch Wälder drum herum bietet. Da es eine eher mittelkleine deutsche Stadt ist, kann man schnell von A nach B gelangen und vor allem auch - aus der Stadt heraus. Ich erinnere mich an einen Spruch:
Kein Weg in der Stadt ist so gut wie der aus ihr heraus
und mit zunehmendem Alter kann ich sehr gut nachvolziehen, was der Autor hier wohl gemeint haben könnte. Oder besser: ich kann es für mich interpretieren. Noch vor 10 Jahren hätte mich das überhaupt nicht interessiert. Ich lebe schließlich in der Stadt um etwas zu erleben. Kurze Wege in Kneipen, zu Freunden und andere soziokulturelle Räume. Aber das hat gehörig nachgelassen. Dieses dabei sein wollen. Für manche sogar: müssen. "Fear of missing out" 1 nennt das der postmoderne Stadtneurotiker. Aber auch das Müssen spielt bei mir eine immer kleinere Rolle.
Was aber eine immer größere Rolle spielt, ist der Wunsch nach Ruhe und Entspannung, gepaart mit einer leichten körperlichen Aktivität. Das entspannt mich nämlich. Das sind leichtes Jogging, lange Spaziergänge oder meine Rennrad-Runden. Und so meinte ich die eingangs erwähnte Straße aus der Stadt heraus: ich begrüße es ausdrücklich, dass ich innerhalb von 15 Minuten Spaziergang aus der Stadt, in den Wald, in die Natur spazieren kann und meine Ruhe und Entspannung vor der Haustür finde. Der Nase nach.
Das begrüße ich nicht nur, das ist mir eben sogar ziemlich wichtig geworden. Und so werde ich auch gleich zu einem kleinen, sonntäglichen Osterspaziergang aufbrechen. Heute ist es sehr windig aber angenehm warm, föhnig sozusagen. Wir erwarten 17. Grad, das ist hochsommerlich anmutend, wenn man die -1 Grad vorgestern Morgen dagegen setzt. Dann folgt die erste Osterferienwoche und ich habe mir, wie so viele, vorgenommen, den Keller zu entrümpeln, zu enge Hosen 2 auszusortieren und alte T-Shirts wegzuwerfen. Ich werde den Wertstoffhof wohl mehrfach anfahren müssen, um all die alten Dinge loszuwerden. Es ist platztechnisch kein Muss, aber es ist mentale Entschlackung. Ich möchte wieder etwas leichteres Lebensgepäck, also werfe ich Dinge weg und entrümple.
Der Spaziergang war wirklich schön, eine kleine Runde von ca. 6,5 Km durch die Stadt, durch Parks und Wiesen und mit vielerlei Gesprächen und vor allem Sonne - einladend ausladend, den Innenstadtkern haben wir absichtlich gemieden. An dieser Stelle haben wir Peng getroffen und dort habe ich mit der alten Digicam ein paar Frühblüher fotografiert 3 :-)
Fußnoten
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„Fear of Missing Out“ (FOMO) bedeutet auf Deutsch „Angst, etwas zu verpassen“. Es bezeichnet das unangenehme Gefühl, spannende Ereignisse oder soziale Aktivitäten zu versäumen, an denen andere teilnehmen. Dieser Effekt, verstärkt durch soziale Medien, führt oft zu einem zwanghaften Vergleichen und dem Drang, ständig erreichbar zu sein. ↩
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Seitdem ich das Rauchen aufgegeben habe sind es doch langsam, ganz langsam nur, ein paar Kilo mehr geworden. ↩
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Ich betreibe unter status.wochenstart.com gesondert ein Status-Log auf dem Kurznachrichten und solche Dinge publiziert und syndiziert werden. ↩