wochenstart.com

Digital ist besser

Ich spiele viel zu sehr an technischen Dingen herum, als sie zu benutzen. Das setzt mich selber unter Druck, obwohl das totaler Quatsch ist. Aber da programmiere ich lieber die dritte neue Website, registriere die 5. Domain und setzte die 8. Idee um - anstelle einfach schönen Inhalt zu produzieren. Worum es ja geht. Gehen sollte.

Und ich habe mich vor langer Zeit, vielleicht so ca. 2003 herum, dem Blogging verschrieben und seitdem mache ich das. Als Hobby. Mal mehr, mal weniger. Meist für mich. Eine Zeitlang habe ich ganz viele technische Tutorials über die Dinge geschrieben, die ich so nebenbei mache oder entdeckt habe. Und das ist durch KI/AI völlig absurd geworden, niemand braucht das mehr. Und dann habe ich immer mal Gedichte geschrieben, aber auch das ist mit KI/AI einfach total absurd geworden, weil man auch das einfach so (nach)produzieren kann. Also habe ich auch damit einfach aufgehört.

Ich habe natürlich noch sehr viele weitere Interessen an Computerzeugs diesdas, Selfhosting, Gaming, Linux, Hyprland… you name it. Aber am Ende beschäftige ich mich mehr mit der Sache im Hintergrund, als mit den Inhalten. Würde ich ein Buch schreiben wäre ich die Person, die sich mit dem Papier, mit der Tinte und dem richtigen Füller beschäftigen und dort hinein nerden würde, weil sie auf dem Weg des Schreibens feststellt dass und dies sollte so und so sein, als das eigentliche Buch zu Papier zu bringen. Welches Papier wirkt am Besten im Zusammenspiel mit welcher Tinte und welcher Füller funktioniert bei welcher Schreibhaltung perfekt.

Ich habe meine MA Thesis in \LaTeX gesetzt, weil ich dadurch Latex lernen konnte, nicht weil wir das mussten. Alle haben in Word geschrieben und es war mit Sicherheit auch sehr viel leichter und einfacher. Zwar nicht für mich, weil ich bis heute nicht gut mit Microsofts Office Produkten zurecht komme, aber für viele andere. Und ich ertappe mich dabei wie ich überlege was ich an meinem Wochenstart.com Design, der Website oder der dahinter liegenden Technik verbessern könnte, als diesen Artikel zu schreiben und dabei bin ich gerade froh, dass ich den Artikel schreibe.

Wenn mir manche Leute erzählen, dass sie ein Buch schreiben wollen, staune ich erfürchtig - ich würde niemals fertig werden. Ich habe beispielsweise auch, Stichwort LaTeX again, meine Gedichte in ein PDF gesetzt. Und warum? Weil ich es ausprobieren wollte. Ohne Ziel. Ich würde gern mal wissen, wie viel Lebenszeit ich schon in "Projekte" und Dinge versenkt habe, die absolut keinen Efford und Output haben.

jan.montag.buch.2026.gedichte.prosa.lyrik

Die einfach nur die Zeit überdauern, oder meine Zeit verkleinern und meine Existenz ausfüllen. Ich glaube wirklich, dass ich oft Dinge tue, damit ich überhaupt was tue. Klingt irgendwie traurig, ist es aber wahrscheinlich auch. Aber das ist eine Haltungsfrage und wenn ich mich beim Schreiben in dieses Rabbithole hinein begebe, gehe ich darin unter… Dann würde ich einfach für immer weiter darüber nachdenken wie meine Position im Leben sein sollte, wie sie wirklich ist und was mich dabei stört oder welchem Sinn ich hinterher rennen könnte. Denn ich muss inhaltsgeschwängert immer und allem was ich tue, eine Wertigkeit mitgeben. Sonst kann ich es nicht. Sehr anstrengend.

Ich habe ja auch nie ein Konzept aber das würde mir gut tun, fehlt mir. Aber dann steckt die Sache wieder in so richtigen Bahnen und schon geht für mich ein Stück Improvisation verloren und die Sache ist nicht mehr so spannend wie vorher. Vielleicht, weil:

Und jetzt sehe ich z.B., dass mein Pureblog noch auf Version 3.0.X läuft (ich habs schon wieder vergessen) aber das Release eigentlich bei 3.5.X auf Codeberg steht und dann frage ich mich, soll ich aktualisieren? Was muss ich eigentlich alles aktualisieren. Welche Dateien kann ich überschreiben, ohne das was bricht. Weil ich längst vergessen habe, wo ich selber was rein geballert habe. Ich habe z.B. Indieweb-Kram nachgerüstet und das Design stark angepast und die loop.php verändert damit die Liste hier so aussieht wie sie aussieht im Index und weiß nicht mehr what also, ob das die post.php oder die /content/post.php war oder wo auch sonst? Und sicher waren und sind es noch mehr Dateien und ich kann mich doch nicht hinsetzen und all die Dateien per DIFF mit einerander verlgeichen um heraus zu finden, was ich aktualisieren muss. Oder ob es überhaupt notwendig ist.

Und dann wäre ich gern wieder hauptberuflicher Schriftsteller. Und gleichzeitig auch nicht. Ich habe weder was zu sagen noch will das jemand hören.

Ich schweife ab. Es ging ja im Kern um etwas ganz anderes, nämlich die theoretische Haltungsfrage,

ob ich mein Leben vergeude

Ich weiß auch nicht. Was meint ihr? Wie geht es euch? Spielt ihr euch und eurem Leben auch manchmal Inhalte vor, die gar nicht sein müssten und eigentlich keinem Zweck dienlich sind?

PS: Wenn ihr nun meine zu ca. 98% fertig gesetzte PDF gelesen und selber Lyrikerin geworden seid, kommentiert es mir.

Herzlichst,
Jan Montag

thoughts, mond

⬅ Vorheriger Beitrag Compounding