Again and Again and Again

Irgendwann 2023 fing ich an, mit meiner Partnerin "in die Berge zu fahren", wie man sagt. Nach Österreich. Wir entdeckten eine coole, bezahlbare und gut gelegene kleine Location in Radstadt und waren auf unserer ersten 22 Km Wanderung so begeistert, dass wir seitdem jedes Jahr ein mal nach Österreich fahren, um das zu begrüßen.

Die Natur genießen. Die Außzeit. Nur wenige Menschen. Und immer schon zu Beginn des Jahres, wenn es zwar schon warm - aber noch keine Saison ist. Wenn die Hütten gerade erst ein paar Tage oder Wochen geöffnet haben. Dann fahren wir dahin. Dann genießen wir das. Wir versuchen dann immer so zu fahren, dass es ein verlängertes Wochenende wird, damit wir die Strapazen der immerhin 6-stündigen Fahrt mit einem extra Tag belohnen können. Das ist unsere kleine Auszeit ohne den endlichen Urlaub vollends aufzubrauchen. Ein Eskapismus.
Auch in diesem Jahr. Diesmal war es der 1. Mai der sich anbot. Und so starteten wir Donnerstag um bis Sonntag zu bleiben. Wir hatten uns auf jeden Fall für einen Ausflug nach Zell am See entschieden, dort waren wir noch nicht und dort wollten wir einen großen Spaziergang (ca. 14 Km) begehen.
Das Zeller Becken ist die Verbindung zwischen dem Saalach- und dem Salzachtal. Das Zentrum bildet der etwa knapp vier Kilometer lange, gut einen Kilometer breite und 68 Meter tiefe Zeller See, woran der Altstadtkern im Westen sowie der Stadtteil Thumersbach im Osten, Erlberg im Südosten und Schüttdorf im Süden grenzen.
Am zweiten Tag hatten wir immer noch Bock auf einen See und fuhren zum Millstätter See und wurden auch dort belohnt.
Leider hatte ich mir offensichtlich schon ein paar Tage zuvor eine Erkältung, dachte ich zumindest, Grippe eingefangen, die sich langsam immer weiter in mir ausbreitete. Die Fahrt war noch ganz okay, aber ich spürte eine seltene Schwäche in meinen Gliedern (wie der Held in so einem Rollenspiel, der eine giftige Pflanze gegessen hat und einen Arkanen Zauber benötigt). Am Freitag auf der Wanderung um den See bei Zell war ich schon richtig angegriffen, ich musste häufig pausieren, die Sonne setzte mir zu und am Abend, als wir endlich zurück waren, da schmeckte ich nichts mehr. Ich war komplett fertig, wie nach einem Marathon. Ich hatte heftigen Husten und ich fühlte mich nach Medikation, die ich mir ihn Form von IBU rein ballerte.
So lag ich dann ziemlich pritschebreit auf dem Hotelbett und konnte Idiotenfernsehen schauen, RTL und Konsorten, sowas habe ich privat seit ca. 15 Jahren nicht mehr. Ich genieße das dann immer, wenn ich es irgendwo nutzen kann. Auch wenn mich die Werbung jedes mal völlig entnervt umschalten lässt. Wie auch an jenem Abend. Irgendwann sah ich eine Doku auf 3Sat über die gefährliche Entwicklung der letzten 100 Jahre im nahen Ostens: Iran, Irak, Israel und natürlich die USA. Ziemlich spannend für das hier und jetzt.
Ich glaube ich hatte Fieber. Auf jeden Fall hatte ich selbstverständlich einen Sonnnebrand.
Am Samstag stand der schöne Millstätter See auf dem Programm. Das mediterane Feeling der Gegend zog uns sofort in seinen Bann. Aber schon die Hinfahrt war anstrengend und dabei musste ich nur rumsitzen. Angekommen spazierten wir los, aber ich merkte schnell wie unleidlich ich in mir drin war. Der See ist 11,5 Kilometer lang und bis zu 1,8 Kilometer breit und nach dem Wörthersee Kärntens zweitgrößter See, jedoch mit 141 Metern der tiefste und mit 1204,5 Millionen Kubikmetern auch der wasserreichste See des Landes. Größere Ansiedlungen am See finden sich ausschließlich am Nordufer, darunter sind Seeboden, Millstatt und Döbriach die drei größten Ortschaften, die sich auch schönstens spazieren ließen.
Ich konnte das aber nicht mehr richtig genießen, sodass wir nach 8 Km den Rückweg antraten und ich fortan mit gefährlicher Männergrippe herum laborierte.
Die Rückfahrt nach Hause am Sonntag war ziemlich hart und vom Nachmittag an, wir waren zurück, weiß ich gar nicht mehr viel, aber es ging mir ziemlich ungut. Fieber haut mich immer richtig weg. Und weil ich immer noch nicht wieder fit bin, schließe ich nun meinen kurzen Krankheitsbericht.

Alles Fotos (C) von mir, außer das vorletzte, (C) joadl


